Protokoll der 4.Einheit, am 17.11.2006:

Referentinnen: SusanneL., SandraW.
Thema: Tagebuchschreiben – Geschichte eines (weiblichen?) Kulturmusters

Trotz des Mangels an Quellen zum Thema Tagebuchschreiben, gelang es den Referentinnen einen kurzen, historischen Überblick zu geben und zahlreiche Aspekte des Tagebuchschreibens anzusprechen. Diese waren Ausgangspunkt für eine leidenschaftliche Diskussion.

Schwerpunkte in der Diskussion:
· Motive des Tagebuchschreibens
· Arten von Tagebüchern
· Tagebuch vs. Weblog
· Tagebuch bzw. Weblog als wissenschaftliche Quelle und Dokumentationsmittel

Im Referat wurde als Hauptmotiv, für das Verfassen eines Tagebuchs, die eigene Befindlichkeit genannt.
Besonders in Lebensumbruchphasen greifen Menschen auf das Schreiben von Tagebüchern und Weblogs, als Mittel zum Selbstdialog, zurück. Dabei entsteht eine innere Ambivalenz, in Bezug auf das Aufschreiben von Geheimnissen, die möglicherweise eines Tages gelesen werden könnten. Durch das Dokumentieren von Unausgesprochenem kann das Gefühl der Bedrohung beim Partner/ bei der Partnerin ausgelöst werden. In der Diskussion wurde angesprochen, dass Frauen in Tagebüchern seelische Probleme (z.B. das Ende einer Beziehung ) reflektieren und Männer zum Protokollieren und Dokumentieren neigen können. Diese Tatsache wurde aber kritisch hinterfragt.
Zitat: „Das Problem von Männern ist, dass sie glauben sie hätten keines.“

Zu den unterschiedlichen Arten der Tagebücher , wurden Reisetagebücher, das „Journal Intime“, Notizbücher (Moleskine), Traumtagebücher, Kalender und Weblogs genannt.

Bei Weblogs fließt der Aspekt mit ein, dass das Geschriebene einer, oft anonymen Öffentlichkeit zugänglich ist, welche die Möglichkeit hat, Einträge zu kommentieren. Hier hat die Selbstrepräsentation eine große Bedeutung.

In der Forschung können Tagebücher als ergänzende Quellen herangezogen werden. Dazu gibt es Tagebucharchive („Deutsches Tagebucharchiv“, http://www.tagebucharchiv.de/ ) und Publikationen von Feldtagebüchern, die mittlerweile auch in Form von Weblogs existieren.

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Vom Tagebuch zum Weblog - Zum Wandel eines analogen Kulturmusters

Ein Seminarweblog aus dem Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Karl-Franzens-Universität Graz

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